Die Judenstraße

In die östliche Richtung ausgehende Żydowska- Straße (Judenstraße) zusammen mit der parallelen Wekslarka- Straße (Wechslerstraße) bilden das älteste von Juden bewohnte Stadtviertel. Die bis heute erhaltenen Bürgerhäuser stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und präsentieren charakteristische für die jüdische Bevölkerung Bebauung, mit kleinen Engpässen zwischen den Bürgerhäusern, schmalen Fluren und winzigen Höfen. Hier haben die Juden ab der Hälfte des 15. Jahrhunderts begonnen sich in Tarnów anzusiedeln. Dadurch dass sie eine Einwilligung nur für die Besiedlung eines geringen Stadtquartiers hatten, waren sie dazu gezwungen, eine eigenartige Art der Bebauung zu entwickeln. Deswegen auch haben die Juden ab der Hälfte des 19. Jahrhunderts begonnen das „Grabówka- Viertel“ und dann den nordöstlichen Teil  der Stadt zu besiedeln. Vor dem Jahr 1939 bildeten sie fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung von Tarnów. Vom 11. bis zum 19 Juni 1942 war die „ Żydowska – Straße“ (Judenstraße) Zeuge eines Massenmordes. Circa 3 Tausend Juden wurden von den Nazis auf dem Marktplatz umgebracht. Den Erinnerungen zufolge floss das jüdische Blut über das ganze Marktplatz. Im Jahre 1997 hat man in das Eckhaus in der Judenstraße zum Gedenken an das Ereignis eine Gedenktafel eingemauert. Unter der Tafel hingegen hat man ein Fragment des Marktplatzpflasters gelegt, das ein materieller Zeuge der Ereignisse ist.